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Vergleich

Stellenportal, Social Recruiting oder Personalvermittlung?

Von Leon Urfey · Lionfire Marketing · Stand
Kurzantwort

Ein Stellenportal passt, wenn für Ihre Stelle genug Menschen aktiv suchen. Social Recruiting passt, wenn die richtigen Leute einen Job haben und erst angesprochen werden müssen. Eine Personalvermittlung passt bei einer einzelnen, schwer zu besetzenden Schlüsselstelle. Haben Sie noch nichts versucht, fangen Sie mit Empfehlungen aus dem Team und der kostenfreien Jobbörse der Arbeitsagentur an. Das sagen wir, obwohl wir Social Recruiting verkaufen.

Wie unterscheiden sich die drei Wege?

Die Tabelle vergleicht, was für einen Handwerksbetrieb zählt. Die Provision ist eine allgemeine Angabe, handwerksbezogene Sätze haben wir nicht gefunden. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Angeboten im Kostenvergleich des Recruiting-Checks nach.

MerkmalStellenportalSocial RecruitingPersonalvermittlung
Wen Sie erreichenMenschen, die gerade aktiv suchenAuch Menschen, die nicht suchen, aber bei einem guten Angebot nachdenkenKandidaten, die der Vermittler kennt oder gezielt anspricht
Was Sie zahlenPreis je Anzeige. Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist für Betriebe kostenfreiWerbebudget plus Erstellung und BetreuungProvision, üblich sind 20 bis 30 Prozent des ersten Jahresbrutto
Wann Sie zahlenVorab, unabhängig vom ErgebnisLaufend, unabhängig vom ErgebnisMeist erst, wenn ein Arbeitsvertrag zustande kommt
Was bei Ihnen liegtAnzeigentext, Sichtung, RückrufBilder aus dem Betrieb, ein Drehtermin, schneller RückrufGenaues Stellenprofil, Gespräche, Vertrag
Typische SchwächeSucht kaum jemand aktiv, bleibt es stillBewerber sind weniger vorbereitet und müssen rasch erreicht werdenBei mittleren Löhnen ist die Provision im Verhältnis hoch
Passt, wennFür die Stelle viele Menschen aktiv suchenFachkräfte in der Region einen Job haben und Ihr Betrieb etwas zu zeigen hatEine einzelne Schlüsselstelle offen ist und die Zeit drängt

Wann passt das Stellenportal?

Immer dann, wenn Menschen aktiv nach Ihrer Stelle suchen. Das gilt oft für Helfer, für Bewerber im Umbruch und für Berufe, in denen noch Auswahl besteht. Fangen Sie bei der Jobbörse der Arbeitsagentur an. Auch der Arbeitgeber-Service ist für Betriebe kostenfrei und berät zur Stellenbesetzung. Beides sollten Sie nutzen, bevor Sie Geld für andere Wege ausgeben.

Ein Portal stößt an seine Grenze, wenn die Stelle seit Monaten offen ist und kaum jemand antwortet. Dann suchen die passenden Leute vermutlich gerade nicht. Eine bessere Anzeige hilft trotzdem oft, siehe unser Ratgeber zur Stellenanzeige im Handwerk und das freie Gerüst.

Wann passt Social Recruiting?

Wenn gute Leute in Ihrer Region einen Job haben und nur durch eine Anzeige auf Facebook oder Instagram auf Sie aufmerksam werden. Das setzt voraus, dass Sie etwas zeigen können und schnell zurückrufen. Der Malerbetrieb Füssenich aus Bonn bekam auf diesem Weg 172 Bewerbungen in 4 Monaten. Das ist ein Einzelfall, keine Zusage.

Die Grenzen sollten Sie kennen. Bei Stellenanzeigen schränkt Meta die Zielgruppenwahl ein, etwa bei Alter und Geschlecht, und auch die Ortsauswahl lässt sich nicht beliebig eng ziehen. Die genauen Regeln für Deutschland zeigt erst das Werbekonto. Sehr seltene Berufe und sehr kleine Gebiete sind deshalb kein gutes Feld. Bewerber sind außerdem weniger vorbereitet als auf einem Portal, deshalb entscheidet der Rückruf.

Wann passt eine Personalvermittlung?

Wenn eine einzelne Stelle viel Umsatz trägt, etwa ein Bauleiter oder ein Meister, und Sie selbst niemanden finden. Der Vorteil: Die Provision hängt meist am Erfolg. Sie liegt laut einem Fachanwalt für Arbeitsrecht üblicherweise bei 20 bis 30 Prozent des ersten Jahresbruttogehalts. Ein Vermittler nimmt Ihnen außerdem die Suche ab.

Achten Sie auf den Vertrag: Geht ein vermittelter Mitarbeiter in der Probezeit, bleibt der Anspruch dem Beitrag zufolge grundsätzlich bestehen. Häufig ist stattdessen ein kostenfreier Ersatzkandidat vorgesehen. Klären Sie das vorher. Fragen dazu finden Sie unter So prüfen Sie eine Recruiting-Agentur.

Was ist mit dem vierten Weg, der Empfehlung?

Er wird oft unterschätzt. In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten kamen laut IAB 47 Prozent der Neueinstellungen über eigene Mitarbeiter und persönliche Kontakte zustande. Internet-Jobbörsen lagen bei 10 Prozent, private Arbeitsvermittlung bei 3 Prozent und soziale Medien bei 2 Prozent. Die Zahlen stammen von 2016 und gelten für alle Branchen. Eine neuere Aufteilung für kleine Betriebe haben wir nicht gefunden.

Sprechen Sie also zuerst mit Ihrem Team. Fragen Sie jeden Mitarbeiter direkt, wen er kennt. Das kostet nichts und bringt Leute, die schon wissen, worauf sie sich einlassen.

Welchen Weg empfehlen wir wann?

Ihre LageUnser Rat
Die Stelle ist neu, Sie haben noch nichts versuchtErst das Team fragen und die kostenfreie Jobbörse der Arbeitsagentur nutzen.
Helfer oder Standardstelle, Portale liefern BewerberBeim Portal bleiben. Es gibt keinen Grund zu wechseln.
Geselle oder Fachkraft, seit Monaten offen, Rückruf ist geklärtSocial Recruiting testen, auf eine Stelle und einen Umkreis begrenzt.
Meister oder Bauleiter, dringendPersonalvermittlung prüfen. Die Provision rechnet sich am ehesten bei Schlüsselstellen.
Sehr enger Umkreis oder sehr seltener BerufPersönliche Kontakte, Innung, Lieferanten. Anzeigen erreichen hier zu wenige.
Azubis gesuchtSchulen und Praktika zuerst, dazu der Ratgeber Azubis finden.
Lohn deutlich unter der Region, oder neue Leute gehen schnell wiederKeiner der drei Wege. Erst das im Betrieb klären.

Die Wege schließen sich nicht aus. Eine Stelle kann in der Jobbörse stehen, während Anzeigen laufen. Wichtig ist nur, dass dieselbe Person alle Bewerbungen im Blick hat.

Wenn Sie wissen möchten, ob Social Recruiting in Ihrem Fall überhaupt in Frage kommt, nutzen Sie den Recruiting-Check. Auf der Seite Warum wir keine Bewerbungsgarantie geben lesen Sie, was wir zusagen und was nicht. Unser Angebot steht unter Recruiting für das Handwerk.

Häufige Fragen

Was ist günstiger, Stellenportal oder Social Recruiting?

Das hängt von Ihren Angeboten ab. Eine Pauschalzahl wäre unehrlich. Im Recruiting-Check können Sie beide Wege mit Ihren eigenen Zahlen durchrechnen. Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist für Betriebe kostenfrei.

Kann ich Stellenportal und Social Recruiting zugleich nutzen?

Ja. Die Wege erreichen unterschiedliche Menschen. Wichtig ist, dass eine Person alle Bewerbungen im Blick hat und zügig zurückruft.

Lohnt sich eine Personalvermittlung für einen Gesellen?

Das rechnen Sie am besten selbst aus: Jahresgehalt mal Provision. Bei 20 bis 30 Prozent ist das viel Geld für eine einzelne Stelle. Es kann sich trotzdem lohnen, wenn Ihnen dauerhaft Aufträge entgehen.

Warum empfehlen Sie auch Wege, an denen Sie nichts verdienen?

Weil ein Betrieb, für den Social Recruiting nicht passt, von uns nichts hätte. Wir empfehlen lieber den günstigeren Weg, als Anzeigen zu verkaufen, die sich nicht lohnen.

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit, Stellenangebote online veröffentlichen, abgerufen 07.11.2026: arbeitsagentur.de
  2. Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgeber-Service, abgerufen 07.11.2026: arbeitsagentur.de
  3. Helmut Göttler, Personalvermittlung und Provisionsanspruch, fachanwalt.de, 15.05.2023: fachanwalt.de
  4. IAB-Kurzbericht 18/2017, Neueinstellungen nach Betriebsgröße, Daten 2016: doku.iab.de
  5. Jon Loomer, Special Ad Categories, aktualisiert 01.03.2025, englisch, mit Blick auf die USA: jonloomer.com

Welcher Weg passt zu Ihrer Stelle?

Der Recruiting-Check prüft in 8 kurzen Fragen, ob Social Recruiting für Sie in Frage kommt. Wenn nicht, sagt er das und nennt Ihnen den nächsten Schritt.

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